Nein, ich habe dem Laufsport nach der Fielmann-Schlappe nicht abgeschworen. Im Gegenteil. Auf der Suche nach einem meinen Leistungsverhältnissen angemessenen Trainingsplan für die letzten acht Wochen vor dem Jahreshighlight stolperte ich visuell über einen Trainingsplan für einen 100km-Lauf. Das Training besteht aus vier bis fünf Einheiten pro Woche (wie angenehm), die Tempoeinheiten beschränken sich auf zwei bis drei Intervalle über maximal 3km mit einer Geschwindigkeit von 5:45min/km (mein Lockerlauftempo) und ansonsten besteht der Plan aus langen, seeeeehhhhr langen und langsamen Läufen (max. 50km) . Also wie maßgeschneidert für einen Schneckenlangläufer wie mich. In der Mitte des Planes prangt eine dickgedruckte Zeile: Trainingsmarathon! Und just in diesem Moment schiebt mir Volkslaufneuling Christian einen Flyer vom Spreewaldmarathon unter die Nase. Vielversprechende Veranstaltung, offenbar gut durchorganisiert, flache und asphaltierte Strecke, die in zwei Halbmarathonetappen zu absolvieren ist (also wieder mit Aussteigeroption), Zuschauer und Musik an der Strecke werden quasi versprochen. An den zahlreichen Verpflegungspunkten alle drei Kilometer werden Essigwasser und Gurkenhäppchen gereicht, natürlich alles regional hergestellte Produkte. Am Ende erhält jeder Läufer als lebenserhaltende Maßnahmen eine original Spreewälder Senfgurke zwischen die ausgetrockneten Lippen gesteckt. Gesunde Kohlehydrate, sozusagen. Ich habe nicht lange gezögert und mich spontan für eine Gebühr, die dem des Berlin-Marathons durchaus das Gurkenwasser reicht, angemeldet. Und werde hoffentlich in vier Wochen stolze Besitzerin einer gusseisernen, die Halswirbel gefährdend schweren Gurkenmedaille sein.
Ich freue mich drauf!!!
Dienstag, 17. März 2009
Sonntag, 15. März 2009
Die Fielmann-Niederlage
Am gestrigen 14. Märztag war es soweit. Der Fielmann-Natur-Marathon wartete darauf, mit neuer Bestzeit erobert zu werden. Mit großen Zielen stand ich am Start. Auf jeden Fall sollte die Bestzeit vom Vorjahr unterboten werden. Ich war mir meiner Sache sicher, auch wenn mich in letzter Zeit körperliche Symptome der Erschöpfung plagten und ich in den Wochen davor mit Infekten ekligster Art kämpfen musste. Ich hatte dennoch wöchentlich um die 80km trainiert. Gut, ich habe das Intervalltraining vernachlässigt. Aber in den Wintermonaten machten Frost und Co dem ambitionierten Läufer das Leben schwer. Wie auch immer...das Wetter bot perfekte Bedinungen, die Stimmung war gut und zuversichtlich, das Omen (ich stand an erster Stelle auf der Anmeldeliste!) sprachen für sich und einen guten Lauf.
Allerdings spürte ich bereits in der ersten Runde, dass mein Körper ein Tempo um die 5'20 min pro km nicht wirklich wollte. Ich finishte die erste Runde von 10,5km in 58 min...glaubte dann, das Tempo erhöhen zu müssen und hängte mich an einen drahtigen älteren Herrn, der offensichtlich große Pläne hatte. Die zweite Runde absolvierte ich in ca. 1h52 und musste mich bereits arg motivieren, um in die dritte Runde zu gehen. Mein Kopf riegelte bereits ab, meine Socken scheuerten unter den großen Zehen und schickten im Rhythmus der Schritte schmerzhafte Signale ans Gehirn. Ich wurde langsamer, schleppte mich zum Versorgungspunkt und legte die erste Gehpause ein. Kilometer 30 passierte ich bei ca. 2h40 oder 43, jedenfalls finishte ich die dritte Runde mit 2h 51 (31,5km). Die mentale Krise wurde übermächtig oder ich wurde schwach...der Kopf sagte stop und ich hielt an. Ein Mitläufer versuchte mich noch zum Weiterlaufen zu animieren, aber die Entscheidung war mit dem Stehenbleiben längst gefallen. Ich glaubte, zu langsam zu sein, meine Zeit ohnehin nicht mehr zu schaffen. Eine Zeit von 2h50 für 35km hatte sich in meinem Kopf eingebrannt. Ich wartete auf Marco, der ca. 20 min nach mit die dritte Runde beendete. Er war zuversichtlicher als ich, wollte den Marathon beenden. Also entschloss ich mich, um keinen ungefinishten Marathon in meiner Liste zu haben, ihn zu begleiten und so den Lauf wenigstens noch zu beenden. Marco hatte Probleme mit seinem Knie, blieb alle 200m stehen, um zu dehnen. Ich trabte sehr entspannt neben ihm her, im Kopf meine eigene Leistung oder vielmehr mangelnde Leistung analysierend. Nach 4h 25 liefen wir gemeinsam durch das Ziel.
Das Omen blieb mir dennoch. Aufgrund fehlender weiblicher Mitläufer wurde ich mit meiner schlechtesten Marathonzeit 1. der AK 30.
Der Blick auf die Tempotabelle zu Hause zeigte, dass ich nahezu exakt im 3h45-Tempo lief. Ich hätte Km 35 erst in 3h06 passieren müssen. Ich hätte nur weiterlaufen müssen, um meine Zielzeit zu schaffen. Aber gut, shit happens! Und ein gutes hat dieser Lauf dennoch: da er als Vorbereitung auf den eigentlichen Jahreshöhepunkt diente, hat er mir deutlich gezeigt, dass ich über eine gute Grundausdauer verfüge. Denn im ruhigen Tempo hätte ich durchaus noch eine fünfte Runde geschafft. Lediglich für schnelle Marathonläufe fehlt mir die Tempohärte. Das bedeutet für die Vorbereitung des Berlin-Marathons: Mehr Intervalle!!!
Also Rennsteig...ich werde dich bezwingen!
Allerdings spürte ich bereits in der ersten Runde, dass mein Körper ein Tempo um die 5'20 min pro km nicht wirklich wollte. Ich finishte die erste Runde von 10,5km in 58 min...glaubte dann, das Tempo erhöhen zu müssen und hängte mich an einen drahtigen älteren Herrn, der offensichtlich große Pläne hatte. Die zweite Runde absolvierte ich in ca. 1h52 und musste mich bereits arg motivieren, um in die dritte Runde zu gehen. Mein Kopf riegelte bereits ab, meine Socken scheuerten unter den großen Zehen und schickten im Rhythmus der Schritte schmerzhafte Signale ans Gehirn. Ich wurde langsamer, schleppte mich zum Versorgungspunkt und legte die erste Gehpause ein. Kilometer 30 passierte ich bei ca. 2h40 oder 43, jedenfalls finishte ich die dritte Runde mit 2h 51 (31,5km). Die mentale Krise wurde übermächtig oder ich wurde schwach...der Kopf sagte stop und ich hielt an. Ein Mitläufer versuchte mich noch zum Weiterlaufen zu animieren, aber die Entscheidung war mit dem Stehenbleiben längst gefallen. Ich glaubte, zu langsam zu sein, meine Zeit ohnehin nicht mehr zu schaffen. Eine Zeit von 2h50 für 35km hatte sich in meinem Kopf eingebrannt. Ich wartete auf Marco, der ca. 20 min nach mit die dritte Runde beendete. Er war zuversichtlicher als ich, wollte den Marathon beenden. Also entschloss ich mich, um keinen ungefinishten Marathon in meiner Liste zu haben, ihn zu begleiten und so den Lauf wenigstens noch zu beenden. Marco hatte Probleme mit seinem Knie, blieb alle 200m stehen, um zu dehnen. Ich trabte sehr entspannt neben ihm her, im Kopf meine eigene Leistung oder vielmehr mangelnde Leistung analysierend. Nach 4h 25 liefen wir gemeinsam durch das Ziel.
Das Omen blieb mir dennoch. Aufgrund fehlender weiblicher Mitläufer wurde ich mit meiner schlechtesten Marathonzeit 1. der AK 30.
Der Blick auf die Tempotabelle zu Hause zeigte, dass ich nahezu exakt im 3h45-Tempo lief. Ich hätte Km 35 erst in 3h06 passieren müssen. Ich hätte nur weiterlaufen müssen, um meine Zielzeit zu schaffen. Aber gut, shit happens! Und ein gutes hat dieser Lauf dennoch: da er als Vorbereitung auf den eigentlichen Jahreshöhepunkt diente, hat er mir deutlich gezeigt, dass ich über eine gute Grundausdauer verfüge. Denn im ruhigen Tempo hätte ich durchaus noch eine fünfte Runde geschafft. Lediglich für schnelle Marathonläufe fehlt mir die Tempohärte. Das bedeutet für die Vorbereitung des Berlin-Marathons: Mehr Intervalle!!!
Also Rennsteig...ich werde dich bezwingen!
Abonnieren
Posts (Atom)