Donnerstag, 10. Juli 2008

23.Juni bis 29.Juni

Fünfte Trainingswoche

Noch zwei Trainingswochen bis zur nächsten Regenerationswoche. Ich zähle schon die Tage. Habe ich schon erwähnt, dass ich mir neue Laufschuhe zugelegt habe? Okay, ich laufe jetzt in der Konkurrenz - Adidas. Sehr weicher Schuh, bequem und schick dazu. Die ersten zwei Läufe waren die Hölle damit. Aber nur so lernt man seinen Schuh auch von der anderen Facette kennen, von der unwilligen, zornigen, unwirschen. Ich lief mit heftigen Schienbeinmuskulaturkrämpfen - was für ein Wort! Aber mein eiserner Wille zu laufen setzte sich gegen jedwede orthopädische Schwäche hinweg. Ich habe gesiegt. Und nach einer halben Stunde schmerzhafter Quälerei lief ich wie auf Omas selbstgestrickten Wollsocken. Herrlich! Meine Füße bewegten sich wie in den Schuhen des kleinen Muck. Wie von des Teufels Hand geführt jagte ich über den Asphalt meiner Stammstrecke. Und holte so einen Flaschenläufer, der locker fluffig an mir vorbei joggte als ich meine neuen Schuhe fester schnürte, ohne Mühe und Schweißverlust wieder ein. Ha!!
Am Mittwoch absolvierte ich tapfer ein lange Zeit verdrängtes und sehr ungeliebtes Intervalltraining im Stadion. Muskelkater ließ grüßen am nächsten Tag. Und Sonntag - um der Woche noch einen draufzusetzen - begann ich meinen langen Lauf in der Mittagshitze. Man gönnt sich ja sonst nichts. Nach etwa 30 Minuten war ich am Rande des Todes durch Verdursten und kurz davor diese übel riechenden Tümpel in Lindenberg auszutrinken. Ich liebe diese harten Trainingseinheiten, die einen an den Rand des Wahnsinns treiben und die Frage aufkeimen lassen: Warum zum Teufel tu ich mir das an? Weil es nichts schöneres gibt als dieses Gefühl hinterher - ich habe es geschafft! Ja genau deshalb.

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