Mittwoch, 31. Dezember 2008

By by 2008...

...ein Läuferresümee

Dem Jahr, das sich nun in seinen letzten Atemzügen windet, habe ich eine Menge zu verdanken. Es hat mir viele Einsichten gebracht, hat mich geformt, gestärkt, zuversichtlich gemacht, herausgefordert, nachdenklich, manchmal traurig, hoffnungsvoll, begeisterungsfähig und zutiefst glücklich gemacht. Hier nun ein kurzer Rückblick auf mein persönliches Laufjahr 2008:

Ich trainierte am Anfang des Jahres weniger hart. Umso überraschender war für mich die Marathonzeit, die ich beim Fielmann-Naturmarathon erreichte (3:48h, 2.Platz AK 35)Kleinere Läufe wie der Run-Berlin oder der AVON-Frauenlauf im Mai hielten mich bei guter Läuferlaune und verschafften mir nette Laufkontakte und schöne Erinnerungen. Im Sommer trainierten wir wieder gemeinsam mit unserem Feldhasen Carsten, der beim Berlin-Marathon unter 3:30h lief. Unsere Hochachtung und tiefe Verneigung dafür! Auch für die disziplinierten 70%-Herzfrequenzläufe! Hitzeläufe über vier Stunden, romantische Läufe bei Nacht bereicherten meine Wahrnehmung und läuferische Kompetenz (ein Trinkrucksack ist eine tolle Erfindung). Ich liebe Berlin über alles, auch wenn ich diese elendig dreckige, verruchte Stadt sooft es geht verfluche und an ihren Rand geflüchtet bin. Dennoch, ich kann und will nicht ohne sie sein und genieße jeden Lauf durch ihr pulsierendes Kreislaufsystem. Ich liebe die windigen Gestalten, die mürrischen Gesichter, das freundliche Lachen, die leisen und lauten Töne des urbanen Organismus.
Hart war ich zu mir im Sommer. Trieb mich zu Höchstleistungen auf der Stadionbahn, hetzte mich bis an den Rand der Erschöpfung trotz Bau- und Umzugsstreß. Ein Ziel vor Augen: noch schneller beim Marathon in der Schorfheide im September. Die Strecke lehrte mich die Demut, in 3:57h erreichte ich nach meinem ersten Crossmarathon das Ziel. Eine Woche suhlte ich mich in der Enttäuschung, um dann festzustellen, dass alles so wie es ist, völlig in Ordnung ist. Schließlich stehen die großen Herausforderungen noch aus. Die Startnummer für den Rennsteiglauf hängt gut sichtbar über meinem Schreibtisch.
Ich habe letzten Samstag meinen ersten Trainingsmarathon absolviert. Sehr einsame 42 Kilometer. Die ersten 10,5 km kämpfte ich mit Krämpfen in beiden Schienbeinen und vor meinem geistigen Auge blinkten diese rot leuchtenden Buchstaben: WARUM?
Während der zweiten 10,5km kämpfte ich gegen die Stimme im Kopf, die mich zum Aufhören verleiten wollte. Mit engelsgleicher, sanfter Stimme säuselte sie mir direkt ins Nervenzentrum, wie schön eine heiße Dusche sei, danach die Füße hochlegen. Aber sie verschwieg die seelischen Schmerzen, die ich haben würde, wenn ich aufgeben, mein Ziel nicht erreichen würde (so die forschere Stimme auf der anderen Seite, außerdem dachte ich an einen sehr lieben Menschen!!!). In der dritten Runde hielt mich das geistige Mantra: nur noch eine Runde- in endloser Wiederholung am Laufen. Als ich die letzte Runde begann spürte ich die wohlige Wärme der Endorphine meine Adern durchströmen und ich wusste, ich hatte den Kampf gegen mich selber gewonnen. Und that's it! Darum laufe ich. Immer und immer wieder, länger und immer länger. Es bereinigt den Geist, die Seele und das Herz und plötzlich verschwindet die Angst und alle Zweifel und was bleibt ist pures Glück.
Ich wünsche allen Menschen dieser Welt ein ebenso schönes Erlebnis im nächsten Jahr. Werdet glücklich und bleibt es!

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Fröhliche Weihnachten...

...für alle Läufer, Nichtläufer, die, die es gern wären, die es mal waren, die es mal werden, an alle, die sich auf zwei, vier oder mehr Beinen fortbewegen, die langsam, schnell, zur Freude an der frischen Luft, berufsbedingt oder sonst irgendwie zu Fuß unterwegs sind.
Ich habe mittlerweile Trainingswoche 29 erreicht und bewege mich zwischen 70 und 80 km die Woche auf meinen Füßen fort. Es sind noch genau 11 Wochen bis zum Fielmann-Naturmarathon und 21 Wochen bis zum Rennsteiglauf. Drehen sich Gespräche um das Laufen, spüre ich bereits einen leichten Anflug von Aufgeregtheit. Achso, ich habe mich, hochmütig wie ich bin, zum Berlin-Marathon 2009 angemeldet. Das wird mein Wettkampfabschluss-Marathon, den ich dann hoffentlich - wegen der schönen flachen Strecke - in einer für mich grandiosen Zeit laufen werde. Schließlich haben meine Beine dann 70km Rennsteigberglauf intus. Aber wie heißt es: Hochmut kommt vor dem Fall...siehe Schorfheidelauf!
An dieser Stelle möchte ich einem "Laufneuling" zu seinen ersten Kilometern ganz lieb und aus tiefstem Herzen gratulieren. Bleib dran, es lohnt sich! Und wir sehen uns nächstes Jahr und messen unsere läuferischen Kräfte bei einem 10km-Run. :-)
Am Wochenende wartet der erste Trainingsmarathon auf mich. Wir haben ideale Fielmann-Bedingungen vor der Haustür. Ich werde also vier Mal eine 10,5km-Runde absolvieren. Ich freue mich schon drauf. Endlich mal wieder eine Herausforderung. Die Doppel-Long-Jogs mit integriertem Berglauf waren sehr effektiv im Ausbau der Ausdauerfähigkeit. Außerdem dienen sie der aktiven Reduzierung von Stress und wirken Aggressionen entgegen, die sich mitunter aufbauen, wenn andere Dinge nicht so laufen, wie sie laufen sollen. Ich habe festgestellt, je schlimmer die Bilder in meinem Kopf, desto besser meine Laufzeiten. Vielleicht sollte ich mich kurz vor einem Wettkampf mit Ignoranz, Rücksichtslosigkeit und den betrügerischen Machenschaften alter Männer dopen...

Samstag, 15. November 2008

Neue Trainingsplanung

Nach einer Woche Laufpause und einer erkältungsbedingten Laufpause musste ich mir einen neuen Trainingsplan erstellen. Zur Zeit ist es neben den schulischen und alltäglichen Anforderungen sehr schwer, die 70km-Grenze zu überschreiten. Hier ein kurzer Einblick in meinen Laufalltag:
Montag - meistens lauffrei
Dienstag - vier Uhr morgens Aufstehen, lockerer 10km Dauerlauf (
mehr ist nicht drin um diese Zeit)
Mittwoch - vier Uhr Aufstehen, mindestens 10 km, besser 15km Dauerlauf mit
gehobenerem Tempo
Donnerstag - vier Uhr Aufstehen, 10km lockerer Dauerlauf
Freitag - lauffrei
Samstag - langer Lauf mit integriertem Berglauf (zur Zeit 25 bis 30km mit
10km Berg)
Sonntag - im Moment 5km, langsam steigern auf 10km

Die Witterungsbedingungen setzen ein hohes Maß an Disziplin voraus. Um vier Uhr aufstehen und laufen gehen, bei drei Grad und ätzendem Regen erfordert einen eisernen Willen. Vielleicht ist es auch die Angst, nächstes Jahr im Mai liegenzubleiben, die mich antreibt. Andererseits fühle ich - zumindest bis ca. 10 Uhr - wach und geistig befreit, wenn ich morgens laufen war. Die körpereigenen Endorphine machen einen Junkie aus mir, der mit Dauergrinsen durch den Tag wankt. Also Leute, lauft, lauft, lauft! Und die Welt wird freundlicher!
Bis demnächst.

Heilende Wunden

Der Schorfheidelauf liegt nun schon einige Zeit hinter mir. Zeit genug, um die Niederlage verdaut zu haben. Ich hatte die Strecke maßlos unterschätzt, so dass ich wie ein Anfänger in alle Fallen getappt bin, die ein Marathon bereit hält. Dennoch - und ich denke, das kann man als Trostpreis gelten lassen - bin ich mit einer Zeit von 3 Stunden und 57 Minuten in der Gesamtwertung 33. von fast 90 Läufern, 5. in der Gesamtfrauenwertung und 2. in der Altersklasse 35 geworden. Ein kurzer Rückblick:

Ich stehe in der kleinen, kalten Kirche von Altkünkendorf, einem kleinen Dorf in mitten des Biosphärenreservates Schorfheide. Schöne Gegend, habe ich auf dem Weg dorthin gedacht. Und so hügelig. Der junge und dynamische Veranstaltungsleiter gibt eine kurze Streckeneinweisung. Das erste Mal, dass ich soetwas vor einem Lauf erlebe. Die Notwendigkeit wird mir erst später bewusst. Er spricht von losem Sand, abgemähten Wiesen, Baumwurzeln und Steigungen. Meine Aufregung lässt die Herstellung von Zusammenhängen nicht mehr zu. Hinter mir stehen zwei freundlich lächelnde und kichernde ältere Damen. "Wir laufen zum ersten Mal Marathon", sagen sie. Na dann viel Glück, denke ich und erinnere mich an das Höhenprofil. Die Marathonläufer formieren sich vor der Startlinie. die Gruppe ist übersichtlich, ich stelle mich mit nach vorn hinter zwei mit blauem T-Shirt mit der Aufschrift Sporthochschule Greifswald. Angeber! Hinter mir muckiert sich ein älterer Herr über meine Kompressionssocken. Pah, wir werden ja sehen, wer als erster im Ziel ist! Der Startschuss fällt, die Gruppe setzt sich in Bewegung - sehr schnell, kann ich noch denken, und versuche mit der Spitzengruppe mitzuhalten. Die ersten Hügel treiben meinen Puls ans Limit, ich merke, dass ich viel zu schnell laufe. Dennoch hoffe ich auf einen Gewöhnungseffekt, wie ich ihn bei Tempoläufen oft habe. Am Anfang tut das Schnelllaufen immer weh. Kilometer sieben passiere ich nach 34 Minuten. Ich laufe unter 5 Minuten pro Kilometer - neue Bestzeit für mich. Wenn dieser Lauf ein 10-Kilometer-Wettkampf gewesen wäre, hätte ich mich an dieser Stelle gefreut. Da ich aber noch über dreißig vor mir habe, wächst die Verzweiflung in mir. Bei Kilometer 10 bin ich am Ende. Ich lege die erste Gehpause ein, Seitenstechen plagen mich, das Plätschern meines Trinkrucksackes nervt mich. Die Spitzengruppe ist längst weg. Ich bin allein mitten im Wald, der Boden ist glitschig feucht. Ein Mann steht am Rand, lächelt mir aufmunternd zu, während ich ans Aufgeben denke. Nein, Kerstin, lauf weiter! Ich setze mich wieder in Bewegung. Einige Läufer überholen mich. Ich wittere eine neue Chance, nicht allein durch die Hölle zu müssen und hänge mich an ihre Fersen. Aber auch sie sind offenbar genervt von meiner Plätscherei und lassen mich vorbei. Unbemerkt habe ich das Tempo wieder erhöht. Zu ständigen Steigungen kommen jetzt tatsächlich aufgewühlter Sand, der einem fast die Schuhe auszieht. An Laufen ist eigentlich nicht mehr zu denken. Selbst auf dem Randstreifen fällt jeder Schritt schwer. Ich bin wieder allein mit meinem rebellierenden Geist. Den Getränkestützpunkt lasse ich aus, schließlich habe ich zwei Liter Wunderbrause mit. Mein einziger Strohhalm. Falls ich hier in der Wildnis irgendwo liegenbleibe, kann ich mich - bei guter Einteilung - zwei Tage davon ernähren. Irgendwie wollen weder Zeit noch Kilometer vergehen. Ich überlege, ob ich die Hinweisschilder übersehen habe und wie viel der Strecke ich schon hinter mir habe. Plötzlich kommen mir Läufer entgegen. Ah, die Halbmarathonis, rotgesichtige, schnaufende Männer und Frauen, ich überlege am Abzweig, ins andere Lager zu wechseln. Die Überlegung dauerte zu lange, so dass ich mich automatisch auf der Marathonstrecke weiterbewege. Die Füße laufen nun im Automatikmodus, ich kämpfe nur noch gegen den Teufel in meinem Kopf. Am nächsten Versorgungsstützpunkt bietet mir der nette Herr einen Müsliriegel an. "Sie müssen sich stärken für die zweite Hälfte.", sagt er. Aha, erste Hälfte ist geschafft, frohlocke ich. Na dann, auf zum Endspurt. Durch die Bäume kann ich sehen, dass die Strecke aus dem Wald heraus und über ein Feld führt. Puh, eine Verschnaufpause für meine steigungsmüden Beine. Ich laufe zuversichtlich aus dem Wald und spüre den starken Wind, der mich wie eine Gummiwand zurückschleudert. Verdammt, warum dieser Lauf und nicht der Berlin-Marathon, denke ich und stelle mich dem Wind. Ich habe das Gefühl, nur noch langsam vorwärtszukommen. Aber ich bin nicht mehr allein, vor mir tauchen andere Läufer auf, ebenso kaputt, ebenso verzweifelt wie ich. Am nächsten Getränkestützpunkt gönne ich mir einen Becher Wasser. Dann geht es hinab an das Ufer eines Sees. Schöne Strecke, ich laufe hinter zwei Männern. Die Wurzeln und das ständige Auf und Ab erfordern höchste Konzentration, was bei mittlerweile 26 oder 28 absolvierten Kilometern nicht mehr so einfach ist. Einer der Männer stürzt und macht einen zirkusreifen Überschlag ins Gebüsch. Alles in Ordnung, keine Verletzungen, tapfer läuft er weiter. Ich lasse die beiden hinter mir. Mir geht es besser, ich denke ans Ziel. Von meiner Zielzeit 3 Stunden 45 Minuten habe ich mich längst verabschiedet. Ich möchte nur noch ankommen. Und dann kommt er, der Berg, von dem der Veranstaltungsleiter so liebevoll berichtete, der Berg am Ende, bei Kilometer 30, der dem Läufer noch einmal alles abverlangt, der Berg, der geliebt und gehasst wird. Ich bin den Tränen nahe, denn der Weg windet sich serpentinenartig in den Himmel. Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Vor mir ein Läufer, der mich vor einer Stunde überholt hat. Ich versuche ein Stück bergan zu laufen, tausend Mal im Training geübt, schnell und langsam, das muss doch gehen. Keine Chance, mein Kopf blockiert die Beine. Ich gehe und stelle fest, auf diese Art wesentlich schneller vorwärts zu kommen als laufend. Einer der Streckenposten klatscht mir zu und sagt, das ich es bald geschafft habe. Ich drohe mit Prügel, falls er lügen sollte. Tatsächlich hat der Berg irgendwann ein Ende. Ich laufe wieder, bergrunter, ebenso schmerzhaft wie bergauf. Ich habe keine Ahnung, wo die Kilometer geblieben sind, aber plötzlich steht auf dem Schild eine 40. Nur noch zwei Kilometer, läppische zwei Kilometer, denken ich und kann wieder lächeln. Ein Blick auf die Uhr, 3 Stunden 45 Minuten, Zielzeit adè. Egal, Hauptsache ich bin durch und trete auf den ersten Grasbuckel. Die letzten zwei Kilometer führen über eine abgemähte Wiese. Wie grasende Kühe wackeln andere Läufer vor mir her. Ich erinnere mich ans Füßeheben, treibe mich noch einmal an, los Kerstin, lauf um dein Leben. Ich setze zum Endspurt an, lasse noch einige Männer hinter mir. Plötzlich hört die Wiese auf, Pflastersteine, die den gleichen Laufuntergrund bilden wie eine abgemähte Wiese, meine Beine schreien vor Schmerz und ich hoffe, mir auf den letzten Metern nicht noch einen Knöcheln zu brechen. Ich höre Musik. Klingt so der Eintritt ins Paradies? Ich erhöhe das Tempo, laufe um die Ecke, sehe das Ziel, laufe, laufe, laufe. Geschafft! Tränen in den Augen und völlig am Ende lasse ich mich im Ziel fallen. Die Siegerehrung für die Erstplatzierten beginnt bereits. Ich bin einfach froh, dass ich im Ziel bin und denke an nächstes Jahr - Rennsteig ich komme!

Freitag, 19. September 2008

Auf zum Sieg!!

Übermorgen ist es soweit! Ich werde am Start des Schorfheidelaufes stehen, mit kalten Füßen und klammen Händen. Ich werde sie wieder spüren, die Angst, die wie ein Virus durch meine Adern kriecht, sich ausbreitet in meinem Körper. Ich werde das Adrenalin fühlen, wie es meinen Puls hochtreibt, mein Blut zum Kochen bringt.
Okay, okay, jetzt mal sachlich: ich habe über drei Monate in einem Umfang um die 85 Kilometer pro Woche trainiert, ich habe diszipliniert mein Tempotraining absolviert, ich habe mich durch einsame, lange, heiße oder verregnete Kilometer gequält. Und ich bin gekommen, die Früchte dieser harten Arbeit zu ernten. Okay, okay, nachdem ich das Höhenprofil mehrfach studiert hatte (beim ersten Mal blieb mir die Luft weg und ich fiel in Ohnmacht), habe ich meine Erwartungen etwas herunterschrauben müssen. Das wird ein Höllentrip!!!
Aber was soll's, schließlich erwarten mich nächstes Jahr im Mai noch ganz andere läuferische Dimensionen. Also cool down Kerstin, Augen zu und durch. Habe schon meine Startnummer für den Supermarathon - 0085. Die magische Zahl, die mich am Sonntag über die Berge fegen werden lässt. Ein wenig unterstützt von Kompressionssocken und schwedischem Wundergetränk (Vitargo). Und wehe es lacht jemand hinterher beim Anschauen der Fotos!!!
Melde mich am Sonntag wieder. Bis dahin sportliche Grüße an alle Daumendrücker!

Dienstag, 26. August 2008

Zeitsprung - 25.08. bis 31.08.2008

Vierzehnte Trainingswoche

Ich muss mich entschuldigen. Sieben Wochen habe ich übersprungen. Ich bin bereits bei Woche 14 und habe lange kein Lauftagebuch mehr geführt. Liegt vielleicht daran, dass rund 85 Laufkilometer pro Woche ihren Tribut sowohl zeitlich als auch kräftemäßig fordern. Aber nichtsdestotrotz- hier ein kleiner Rückblick auf die letzten sieben Wochen:

Unser Tempoläufer und Feldhase Carsten ist wieder mit dabei. Wir laufen die langen Läufe gemeinsam. Dank seiner technischen Ausstattung und seines Kontrollbedürfnisses reguliert er unser Tempo während dieser Läufe, die ja eigentlich langsam, sehr langsam gelaufen werden sollen. Also laufen wir mit Carstens 71% maximaler Herzfrequenz, was immer das für uns bedeuten mag (schmerzende Hüftgelenke und scheinbar endlos dauernde Kilometer -grins). Womit ich gleich zum Highlight der letzten sieben Wochen übergehe: ein geplanter 30km-Lauf. Ganz locker und ruhig, ganz entspannt drei Stunden geselliges Laufen. Ha denkst'e! Es wurde zum Horrortrip. Dem Erfinder der Trinkrucksäcke sei Dank - ich laufe seit geraumer Zeit mit einem dieser lebensrettenden Exemplare - hatte ich an diesem Tag ca. eineinhalb Liter Wasser dabei. Wir trallerten mit über 6 Minuten pro Kilometer, immer auf die Herzfrequenz von Carsten Rücksicht nehmend, Richtung Buch, dann durch den Bucher Forst Richtung Gorinsee als die Sonne erbarmungslos über unseren Hochmut spottete. Bis zum Gorinsee war alles noch in Ordnung (außer das Marco von einem unsichtbaren, monströsen Tier angefallen wurde, welches eine kleine rote Einstichstelle an seinem Knöchel hinterließ). Wir plantschten uns die Haare und die Klamotten am See nass und trabten fröhlich über andere lästernd weiter. Doch es folgten lange Passagen über Felder und Wiesen, in denen uns die sommerlichen Temperaturen zu dieser vormittäglichen Zeit von ungefähr 89,9 Grad Celsius im Schatten den Vertrocknungstod fürchten lehrten. Okay, okay, ich neige zu Übertreibungen. Es waren natürlich nur schlappe 45 Grad Celsius. Mein Gehirn kochte als wir eine Abkürzung über ein Feld suchten (wer ist nur auf diese saublöde Idee gekommen?) Wir begannen von Fata Morganen und Visionen getrieben an Gartenzäunen um Wasser zu betteln. Als wäre es nicht schon erniedrigend genug, dass man so ziemlich als einziger Sonntag Vormittag bei unerträglicher Hitze durch die Gegend hechelt, nein, man muss sich auch noch die Blöße der schlechten Ausstattung geben. Das heißt, ich nicht, ich hatte ja meinen Trinkrucksack!! Aber dennoch nahm ich jede Abkühlung dankbar entgegen, die mein vermutlich schon schwarz verbranntes Gehirn ein wenig ablöschte. Selbst vor einem Blumenladen und dem Bewässerungsschlauch schreckten wir nicht zurück. Ich hoffe, die nette Mitarbeiterin, die uns damit über die nächsten zehn Kilometer half, wurde nicht gekündigt. Summa Summarum waren wir ungefähr viereinhalb Stunden und schlappe 36 Kilometer unterwegs. Als Belohnung gönnten wir uns ein riesiges, megaleckeres Eis am Potsdamer Platz mit megaviel Sahne oben drauf! Dafür lohnt sich allemal die Quälerei.
Was gibt es noch zu berichten? Ich absolviere sehr diszipliniert mein Intervall- und Tempotraining.
In der elften Trainingswoche lief ich nachts mit Carsten durch die Stadt. Ein nettes Erlebnis. Wir wurden angestarrt als wären wir Außerirdische. Berlin ist immer noch aufregend bei Nacht. Wir liefen Unter den Linden, durch das Brandenburger Tor, am Potsdamer Platz, durch Kreuzberg, durch Friedrichshain. Vielleicht kann ich hier gleich mal meine neue Geschäftsidee vorstellen: liebe Berlintouristen, Laufambitionierte, wie wäre es mal mit einer gelaufenen Stadtführung in der Nacht oder gern auch am Tag? Na Interesse? Dann bitte bei mir melden. Das einzige, was ich mal bemängeln muss, sind die Sprüche, die man als Laufender zu hören bekommt. Das übliche "schneller, schneller" ist so dermaßen ausgelutscht. Und auch ein "Sport ist Mord" hängt mir zum Hals raus. Lasst euch bitte mal etwas Neues einfallen. Hier ein paar Vorschläge vom letzten Sonntag (es regnete in Strömen, ein alter Mann mit Hund auf Fahrrad kam uns entgegen): Ihr habt doch ein Ding an der Glocke, aber alle beide, ey! oder Was, schon zurück aus Peking? Da spürt man doch schon einen Hauch an gedanklicher Kreativität und flüssiger Denkweise, nicht wahr?
Habe mittlerweile das Höhenprofil des Schorfheide-Laufes, der in vier Wochen stattfinden wird und an dem ich meine Marathonzeit toppen wollte. Schluck! Nun gut, 100 Höhenmeter sind gleich am Anfang zu überwinden. Das ist mit dem Volkspark Prenzlauer Berg vergleichbar, der an seinem höchsten Punkt 91 Meter über das Meer ragt. Kerstin, du schaffst das! Schaka!!

P.S. Wir haben eine Unterkunft für den Rennsteiglauf gefunden und gebucht. War nicht einfach, aber die erste Hürde haben wir damit gemeistert. Fehlt bloß noch die Anmeldung.

Donnerstag, 10. Juli 2008

07. Juli bis 13.Juli

Siebte Trainingswoche

Herrlich, ich muss diese Woche nicht laufen. Ich muss gar nichts, außer ein bißchen arbeiten, dies und jenes organisieren.
Die ersten zwei Tage habe ich geschlafen, geschlafen, geschlafen. Jetzt ist mir wieder wohler. Fühle mich wieder ausgeruht. Hätte diese Woche ohnehin keine Zeit zum Laufen gehabt. Wollte eigentlich schwimmen gehen, aber was soll's - kein Sport ist auch gut.
Na dann bis zur nächsten Laufwoche!

30.Juni bis 06. Juli

Sechste Trainingswoche

Diese Woche waren wieder Bergsprints dran. Zur Zeit sind diese allerdings lebensgefährlich wegen Grünflächenarbeiten und unachtsamen Arbeitern, die arbeitswütig ihre Schippen und Schaufeln schwingen, obwohl sie wissen (und auch hören), dass sich da eine Läuferin den Berg hochwuchtet. Grad noch einmal gut gegangen.
Dafür bin ich diese Woche nur auf vier Einheiten gekommen. Habe meinen langen Lauf auf Freitag vorverlegen müssen wegen zahlreicher Abschlussfestivitäten. Also bin ich rasch vor der eigenen Zeugnisausgabe anlässlich des erfolgreich abgeschlossenen Vorkurses (Applaus) 30 Kilometer gelaufen. Am nächsten Tag dann einen schnellen 11,5 Kilometer-Lauf. Ach, ich habe mir einen Trinkrucksack zugelegt. Sieht verdammt abgefahren aus das Teil. Eigentlich hätte ich ihn gut gebrauchen können am Freitag zum langen Lauf. Trotz Regen war es ziemlich warm und ich wieder ziemlich durstig. Hab mich nicht getraut mit dem Teil loszulaufen. Beim nächsten Lauf, versprochen. Wenn ihr also eine merkwürdige am Schlauch hängende Person seht, deren Rucksack etwas von Katheter und Blutkonserve hat - DAS BIN ICH!!
So trotz 30Kilometer-Lauf fehlen mir wieder 8 Trainingskilometer zum Soll. Ich freue mich dennoch auf meine Regenerationswoche.

23.Juni bis 29.Juni

Fünfte Trainingswoche

Noch zwei Trainingswochen bis zur nächsten Regenerationswoche. Ich zähle schon die Tage. Habe ich schon erwähnt, dass ich mir neue Laufschuhe zugelegt habe? Okay, ich laufe jetzt in der Konkurrenz - Adidas. Sehr weicher Schuh, bequem und schick dazu. Die ersten zwei Läufe waren die Hölle damit. Aber nur so lernt man seinen Schuh auch von der anderen Facette kennen, von der unwilligen, zornigen, unwirschen. Ich lief mit heftigen Schienbeinmuskulaturkrämpfen - was für ein Wort! Aber mein eiserner Wille zu laufen setzte sich gegen jedwede orthopädische Schwäche hinweg. Ich habe gesiegt. Und nach einer halben Stunde schmerzhafter Quälerei lief ich wie auf Omas selbstgestrickten Wollsocken. Herrlich! Meine Füße bewegten sich wie in den Schuhen des kleinen Muck. Wie von des Teufels Hand geführt jagte ich über den Asphalt meiner Stammstrecke. Und holte so einen Flaschenläufer, der locker fluffig an mir vorbei joggte als ich meine neuen Schuhe fester schnürte, ohne Mühe und Schweißverlust wieder ein. Ha!!
Am Mittwoch absolvierte ich tapfer ein lange Zeit verdrängtes und sehr ungeliebtes Intervalltraining im Stadion. Muskelkater ließ grüßen am nächsten Tag. Und Sonntag - um der Woche noch einen draufzusetzen - begann ich meinen langen Lauf in der Mittagshitze. Man gönnt sich ja sonst nichts. Nach etwa 30 Minuten war ich am Rande des Todes durch Verdursten und kurz davor diese übel riechenden Tümpel in Lindenberg auszutrinken. Ich liebe diese harten Trainingseinheiten, die einen an den Rand des Wahnsinns treiben und die Frage aufkeimen lassen: Warum zum Teufel tu ich mir das an? Weil es nichts schöneres gibt als dieses Gefühl hinterher - ich habe es geschafft! Ja genau deshalb.

16.Juni bis 22. Juni

Vierte Trainingswoche

Die Regenerationswoche wirkt immer wahre Wunder. Fühle mich wieder fit und ausgeruht. Dennoch bleibt es schwierig auf 70 Wochenkilometer oder gar mehr zu kommen. Ich glaube, dass funktioniert nur mit zwei Trainingseinheiten am Tag.
Diese Woche habe ich mich Mittwoch wieder am Berg masochistischer Weise gequält und bin acht Mal hintereinander die große Steigung gelaufen. Obwohl ich lieber den Berg hochjage als auf der Bahn meinen vor Schmerzen schreienden Beinen Runde um Rund abzuverlangen. Tja Leute, wenn irgendjemand behauptet, Laufen würde Spaß machen, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Laufen ist etwas für Gestörte, für potentielle Sadostudiogänger (die sich nur nicht trauen), für Selbstauspeitscher und Brennnesselfasser. Weh tun muss es! Jawohl, sonst hat sich die Trainingseinheit nicht gelohnt. Frei nach dem Motto: Quäl dich du Sau!
Okay, diese Woche habe ich mich nicht genug gequält, es fehlen 8,5 Trainingskilometer zum Soll.

Sonntag, 15. Juni 2008

09.Juni bis 15.Juni

Dritte Trainingswoche

Habe die Regenerationswoche vorgezogen wegen der vielen Klausuren. Ausgepowert sein schon am frühen Morgen hat sich bei solch wichtigen Dingen nicht bewährt. Wollte statt dessen Schwimmen gehen, aber natürlich war die Schwimmhalle wegen den dort stattfindenen Jugendmeisterschaften geschlossen. Also war ich doch laufen. Etwas weniger zwar, nur 45 Kilometer diese Woche. Habe mich also treiben lassen. Zusätzlich werfe ich etwas Magnesium ein, meine Muskeln krampfen, besonders nachts und ich hatte in der letzten Woche ein wenig mit Konzentrationsschwierigkeiten zu kämpfen. Laut Symptonliste: Magensiummangel! Kann vorkommen.
Übrigens liebe ich diese verständnislos dreinblickenden Gesichter unter Regenschirmen oder Kapuzen verborgen, wenn man mit müßigem Lächeln durch den Regen läuft, die Oberschenkel rot gefroren vom kalten Wind, die Hände bereits wachsweiß, weil abgestorben.
Dem Zucker gänzlich abzuschwören ist erheblich schwerer als ich dachte. Auf einer Party den Kuchenessern zuschauen??? Selbst im Senf ist Zucker. Der Versuch, auf Schokolade zu verzichten, hat sich auch als nicht durchführbar erwiesen. Nach einem Tag sind die Entzugserscheinungen so körperlich, so unerträglich...ich würde morden für ein Stück Schokolade. Gut, dass die anderen nicht auf mich gehört haben und wir einen Vorrat von drei Tafeln im Schrank haben. Man muss auch mal sündigen! Jawohl.
Nächste Wochen geht's dann wieder zur Sache. Montag letzte Klausur, dann darf wieder trainiert werden!!

Samstag, 7. Juni 2008

02. Juni bis 08. Juni

Zweite Trainingswoche

Nachdem ich Dienstag und Mittwoch mit immer noch anhaltend hoher Motivation und Disziplin um vier Uhr aufgestanden bin und Mittwoch sogar einen einstündigen Berglauf absolvierte, kippte meine Stimmung schlagartig. Grübeleien und ein Distanzieren von allen Leuten, schlechte Laune und Unlust breiteten sich in mir aus wie die Wärme eine schnell gekippten Schnapses. Donnerstag bin ich dann auch nicht aus dem Bett gekommen, obwohl ein 15km-Lauf anstand. In der Schule hatte ich dann massive Konzentrationsprobleme. Schlechte Laune gepaart mit schlechtem Gewissen ist dann besonders gefährlich. Zweite Woche und schon überlastet? Nö...nur das Drumherum geht mir auf die Nerven. Textbrokeraufträge, tausend Elternversammlungen, tausend Termine, die jetzt anstehen, Abschlussfeiern, Klassenfahrten, Vorprüfungen...und und und. Also den Trainingsplan kurzfristig umgestaltet...langer Lauf am Freitag nach dem Frühstück. Seltsam, konnte mich nach einem lockeren Halbmarathon besser konzentrieren als ohne Laufen. Suchtsymptome? Weiter experimentiert: Freitag langer Lauf, Samstag kurzer Lauf über 8km und Sonntag noch einmal einen langen Lauf. Liebe Grüße an meine Schnienbeinkanten: bitte, haltet durch, nächste Woche ist dann kurze Pause!!

26.Mai bis 01. Juni - Erste Trainingswoche

Der Trainingsstart verlief problemlos. Mein Kopf ist hypermotiviert und strotzt nur so vor energetischen Entladungen, die sich in blitzförmigen Bildern von Zieleinläufen zeigen. Aber Vorsicht - der Geist ist frei, doch der Körper zeigt schnell seine Grenzen.
Drei Mal (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag) bin ich diese Woche um vier Uhr aufgestanden, um Laufen zu gehen. Die Luft ist um diese Zeit noch frisch und angenehm kühl. Nur wenige Menschen sind unterwegs. Meist sind es mürrische Gesicher, die sich zu ihrem verhassten Job in der Fabrik oder sonstwo aufmachen. Die anderen, die um diese Zeit unterwegs sind, erkennt man am unsicheren, wackligen Schritt. Für diese Leute endet der Tag, wenn die Sonne aufgeht.
Da ich Donnerstag Morgen keine Zeit für 15km hatte, war ich an diesem Tag zweimal laufen. Ängstlich horchte ich am Abend, ob meine entzündungsgeplagten Schienbeine ihr Kummerlied anstimmen. Ich glaube, wenn ich sie liebevoll pflege, danken sie es mir mit Schmerzfreiheit.
Über das Wochenende waren wir in Köris. Samstag- Hitzelauf, wir haben extra bis zum Vormittag gewartet. Erst eine Runde mit den Kindern, sozusagen auch als Nervenstärkungstraining (ich kann nicht mehr...wann sind wir da...ich habe Durst), um dann die gleiche Runde noch einmal in moderatem Tempo zu absolvieren. Sonntag dann der übliche Longjog. Bis dahin alles bestens, die Motivation immer noch im höchsten Level.
Summa summarum: 64 Trainingskilometer in dieser Woche! Fazit: Wenn die letzte Trainingswoche wie die erste verläuft, wird alles gut.

Donnerstag, 22. Mai 2008

Das Wichtigste - kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele definieren

Etwas, was ich von Andrea Niedrig gelernt habe - die konkrete und schriftliche Definition der drei Zielgruppen. Mein langfristiges Ziel ist die Teilnahme am Rennsteiglauf 2009 und diesen auch zu finishen. Auf dem Weg dorthin ist die Absolvierung der Marathondistanz in mehreren Trainingsläufen das mittelfristige Ziel. Das heißt, die Ausdauerfähigkeit soweit ausbauen, dass ich am Ende dieses Jahres mehrere Marathontrainingsläufe unbeschadet bewältigen kann. Das kurzfristige, jede Woche aufs Neue zu stellende Ziel werden die fünf Trainingseinheiten nach Plan sein, die zu absolvieren sind. Ohne dabei zu schummeln!!!
Mein Trainingsplan sieht eine langsame Steigerung des Trainingsumfanges von jeweils 10 Kilometer alle zwei Monate vor. Zwischen Januar und März wird es etwas schneller gehen. Ich hoffe, dass mein Zeitmanagement unser Bauprojekt, Schule, Familie und Sport miteinander vereinbar macht. Zeitmanagement, dass bedeutet für mich um halb vier aufstehen und laufen gehen. Ich hoffe, mein Körper macht das mit und ich kippe nicht irgendwann aus den Laufschuhen. Ich werde im drei zu eins Rhythmus trainieren, drei Wochen laufen, eine Woche Regenration. Ich glaube, diesen Punkt habe ich bisher immer etwas vernachlässigt aus Angst vor Leistungsabfall. Das Resultat war deutlich beim Avon-Frauenlauf zu sehen: Leistungsstagnation. Im Moment steht ohnehin die Ausdauer im Vordergrund, also immer schön langsam.
Ich freue mich bereits auf nächste Woche, wenn ich endlich wieder laufen gehen kann. Ich spüre, wie im Kopf der Drang immer größer wird. Und alles andere werden wir dann sehen.

Mittwoch, 21. Mai 2008

Zielsetzung

Nachdem schon nach meinem ersten Marathon in Berlin im Rausch der Endorphine der Wunsch keimte, noch länger und noch weiter zu laufen, und ich aber doch feststellen musste, dass jeder weitere Kilometer -ob im Training oder im Wettkampf- einiges an Lauferfahrung braucht. So hatte ich mir als Ziel gesetzt, den nächsten Schritt zu wagen, wenn ich einen Marathon unter vier Stunden gefinisht habe. Im März, mein vierter Versuch, war es dann endlich so weit. Nach 3 Stunden und 48 Minuten lief ich über die Ziellinie des Fielmann-Naturmarathons und wurde damit 2. in meiner Altersklasse. Nun konnte ich endlich die nächste Herausforderung angehen - den legendären Rennsteiglauf.
Bisher habe ich nur für die Marathondistanz trainiert. Durchschnittlich kamen dabei zwischen 50 und 70 Kilometer in der Woche zusammen. Nun werde ich in den nächsten 12 Monaten den Umfang auf bis zu 130 Kilometer in der Woche erhöhen müssen. Das bedeutet, die Planung des Trainings wird immer wichtiger. Was bisher eher ein bloßes Orientieren an irgendwelchen Plänen war, wird nun zum exakten Zeitmanagment. Für die mentale Vorbereitung auf diese Zeit lese ich zur Zeit die Lebensgeschichte des Andreas Niedrig und sein Motivationsbuch. Als nächstes folgt das Buch vom Extremläufer Dean Karanzes.
Hier werde ich nun also meine Fortschritte und Rückschläge, meine absolvierten Trainingseinheiten und mein persönliches Befinden auf dem Weg zum Ultramarathon beschreiben. An dieser Stelle ein kleiner Aufruf: ich suche einen Sponsoren, der mir die Teilnahme am Berlin-Marathon im September sponsort. Gern laufe ich mit Werbeaufdruck auf dem Shirt!
Zur Zeit habe ich einen Regenerationswoche und laufe erst ab 26. Mai wieder. Ich spüre, wie es in meinen Beinen zuckt und wie sich der Drang in mir aufbaut, endlich wieder über den Asphalt zu schrubben, Staub zu lecken und mich durch die Kilometer zu fressen. Wer möchte, kann mich hier mental auf meinem Weg zum und über den Rennsteig begleiten.